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Blog & Schatzkiste

Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen unseres Verwaltungsamtes und öffnen außerdem zum ersten Mal unsere Schatzkiste

Gestalten statt verwalten!

Er ist fast schon legendär: der Zitronenfalter, der keine Zitronen faltet. Wir borgen uns diese Metapher recht gern, denn obwohl wir "Verwaltungsamt" heißen, passt das Verwalten so wenig zu uns wie das Falten zu ihm. Wir sind da doch eher von Herzen gern lebendig und nah dran am Leben.

Leben bedeutet zurzeit leider auch, steigende Preise stemmen zu müssen, vor allem für Energie und Lebensmittel – eine Herausforderung, die immer mehr Menschen an ihre finanziellen Grenzen bringt. Was kann ein Verwaltungsamt da tun? Nun, wir können beispielsweise praktisches Wissen über staatliche Hilfen sammeln und die Menschen umfassend informieren. Mit viel Engagement und Sachverstand hat unser Diakonisches Werk die Website "Diakonie heizt ein – Energieberatung" auf die Beine gestellt. Für Sie, für Dich, für alle Lebenslagen!

Youtube-Videos und Texte vermitteln gut verständliche und im wahrsten Sinne des Wortes lohnende Tipps – auch als Flyer zum Herunterladen in den Sprachen Ungarisch, Arabisch, Rumänisch, Polnisch, Russisch und Somalisch.

Der Beitrag des Verwaltungsamtes? Unsere Teams unterstützt Projekte wie "Diakonie heizt ein" und stellen ihre Finanzierung sicher. Diese und sehr viele andere Aufgaben im Verwaltungsamt haben ganz unmittelbar eine positive Auswirkung auf andere Menschen, manchmal sogar auf die Gesellschaft. Sinnstiftendes, zukunftsorientiertes Gestalten macht unsere Arbeit aus – das gilt auch für Tätigkeiten, die im Allgemeinen eher als "trockene Materie" angesehen werden, wie z. B. im Finanzbereich.

Die vielen Veröffentlichungen rund um das Thema "New Work" legen nahe, dass die Menschen immer mehr Wert auf eine sinnstiftende Tätigkeit legen. Hinter dem Trend zum Neudenken von Arbeit steckt ja auch die Erkenntnis, dass ein hohes Gehalt allein keine Garantie für berufliche Zufriedenheit ist. Die Optimierungsansätze sind vielfältig und reichen bekanntermaßen von veränderten Arbeitszeitmodellen wie der 4-Tage-Woche über agiles Arbeiten bis hin zum Megatrend "Workation", dem Arbeiten während des Reisens oder an einem besonderen Ort.

Wie so oft gibt es auch für diese so genannte "Postwachstumsbewegung" Vorreiter. Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse stellte seine persönliche Vorstellung von beruflicher Erfüllung ganz obenan. In seiner Kurzbiografie schrieb er, er habe schon als Dreizehnjähriger gewusst, dass er "ein Dichter oder gar nichts" werden wolle. Das war im Jahr 1890.

Mit Hermann Hesse möchten wir unsere Schatzkiste zum ersten Mal öffnen und Ihnen und Euch ein wahre Perle vorstellen: das "Museo Hermann Hesse Montagnola": Museo Hermann Hesse Montagnola 

Nie habe er so schön gewohnt wie im Tessin – Hermann Hesse hat die Liebe zu seiner Wahlheimat immer wieder in seinen Gedichten, Erzählungen und Romanen, aber auch in farbenprächtigen Aquarellen bekräftigt.

1997 haben Vertreter der Gemeinde, zu der Montagnola gehört, und die Familie Hermann Hesses mit einer einladenden Mischung aus literarischer Begeisterung, schöpferischer Professionalität und feinem Gespür einen Ort der Erinnerung an den berühmten Schriftsteller gestaltet. Das Museum gibt auf drei Etagen einen Einblick in das Leben, das Hermann Hesse bis zu seinem Tod im Jahr 1962 in Montagnola führte. Zentrum der Ausstellung ist das lichtdurchflutete, sonnengelb gestrichene Arbeitszimmer. Dort steht vor einem weißen, kunstvoll gestalteten Spitzbogenfenster sein Schreibtisch aus Naturholz mit der schwarzen Smith Premier No. 4, auf der Hermann Hesse fast alle seine berühmten Werke und Tausende Briefe, u. a. an Thomas Mann und Max Frisch, geschrieben hat. Ein halb eingezogenes Blatt Papier erweckt den Eindruck, als habe er seinen Arbeitsplatz nur kurz verlassen und würde jeden Moment an ihn zurückkehren, um im Schein des satten südlichen Grüns der Bäume vor seinem Fenster den nächsten Satz zu tippen.

Von Hermann Hesse ist überliefert, dass er die meisten seiner Wege zu Fuß zurücklegte und ein leidenschaftlicher Wanderer war, der beim „Unterwegssein“ eine intensive Freude empfand. Die Sinnlichkeit der ihn umgebenden Natur mit ihren Farbspielen, Gerüchen und Geräuschen inspirierte ihn nicht nur als Autor und Dichter, sondern ließ ihn auch zu Pinsel und Farbe greifen. 

Wer – buchstäblich – auf Hermann Hesses Pfaden in Montagnola wandeln möchte, kann auf einer gut ausgeschilderten Route elf seiner Lieblingsplätze erkunden und seine Grabstätte besuchen.

Das Museum Hermann Hesse in der Ra Cürta 2, Montagnola, ist in nur 15 Minuten mit dem Bus 436, der von Lugano aus in Richtung Agra fährt, zu erreichen. Für die Anreise mit dem Auto stehen unweit des Museums drei öffentliche Parkplätze zur Verfügung.

 

Ausblick

Wir werden ab jetzt monatlich in einem Blog-Beitrag über "Gott und die Welt" berichten sowie unsere Schatzkiste öffnen und das eine oder andere Juwel hervorzaubern. Das können kleine Entdeckungen wie das Museum Herman Hesse sein, besondere Lebensgeschichten oder Tipps für Sehens-, Lesens- und Hörenswertes.

Wir freuen uns über alle, die uns lesen – und übrigens auch über Bewerbungen.

Ihre/Eure


Jutta Walber,  Sascha Heidrich sowie das Team des Verwaltungsamtes