Als „gesellschaftlich besonders wichtigen Anlass“ bezeichnete der Geschäftsführende Vorstand des DRK-Kreisverbands Birkenfeld, Jörg Schmitt, die offizielle Einbindung der Notfallseelsorge in den Katastrophenschutz. Bei der Einweihung des Neubaus „in der Schönlautenbach“ am 21. August 2026 unterzeichneten die Vertreter der beteiligten Institutionen die Vereinbarung. Diese trägt dem neuen rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz Rechnung, das in § 24 die psychosoziale Notfallversorgung ausdrücklich zu den Aufgaben des Katastrophenschutzes zählt. „Der Landkreis muss diese Fähigkeiten sicherstellen“, erläuterte Schmitt: „Und wir haben etwas sehr Wertvolles bereits vor Ort, eine funktionierende, erfahrene und engagierte Notfallseelsorge.“ Um diese Einheit in den Katastrophenschutz zu integrieren, erarbeitete ihr Leitungsteam zusammen mit Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Lukas Klein und Jan-Niklas Finck von der Kreisverwaltung das Papier, das die Zusammenarbeit regelt.
Im Januar 2018 schlossen vier aktive Partner einen Kooperationsvertrag für die Notfallseelsorge: der evangelische Kirchenkreis Obere Nahe, das katholische Dekanat Birkenfeld, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK). „Heute stehen rund 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung, um Menschen in akuten Notsituationen beizustehen“, sagte Schmitt, der von „Erster Hilfe für die Seele“ sprach. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Erstbetreuung von Angehörigen und Betroffenen nach schweren Verkehrsunfällen, die Begleitung von Polizisten, die Todesnachrichten überbringen müssen, und die Nachsorge für Einsatzkräfte. „Katastrophenschutz bedeutet auch, Menschen in den schwierigsten Momenten ihres Lebens nicht allein zu lassen“, resümierte Schmitt. „Dabei können wir uns auf engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter verlassen, die rund um die Uhr einsatzbereit sind und über das notwendige Einfühlungsvermögen verfügen“, lobte Landrat Miroslaw Kowalski, der zugleich Präsident des DRK-Kreisverbands ist.
Leonhard Stibitz
