Hin und wieder greifen wir morgens oder abends schon wieder nach einer Jacke.
Aber immer noch laden die Abende ein, sich nach draußen zu setzen, in den Himmel zu schauen, die Sterne zu suchen und auf Sternschnuppen zu hoffen. Die Abende laden ein, zur Ruhe zu kommen und sich eine Pause zu gönnen vom wieder anlaufenden Alltag. Die Abende laden ein, durchzuatmen und in sich hinein zu spüren: Wonach sehne ich mich gerade? Was wünsche ich mir? Welchen Wunsch würde ich mit einer Sternschnuppe auf die Reise schicken?
Die Abende laden ein, sich selbst zu begegnen und sich zu fragen: Welche Gedanken tappen gerade durch meinen Kopf und durch mein Herz? Vielleicht sind es Sorgen bei dem einen oder anderen – um sich selbst, um enge Freunde, um jemanden aus der Familie. Vielleicht sind es Fragen – ganz alltägliche und ohne besonderen Grund, aber gerade besonders laut, oder auch große und mit konkretem Anlass, die leise und schmerzlich Wesentliches anzweifeln. Vielleicht ist es Vorfreude – auf einen schönen Anlass. Vielleicht ist es Glück und Zufriedenheit – weil gerade einfach mal alles so läuft, wie gewünscht. Vielleicht ist es ein inneres Aufatmen – weil nach einer dunklen Zeit, plötzlich wieder Licht ins Herz fällt. So ähnlich wie bei einer Sonnenfinsternis: Manchmal verschluckt das Dunkle kurz alles Licht und jede Farbe – damit die danach wieder besonders hell strahlen oder von uns dann erst wieder wirklich wahrgenommen werden.
Wir Christ*innen dürfen darauf vertrauen, mit all dem, was uns da an Gefühlen und Gedanken bewegt, nicht alleine zu sein. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott mit uns unterm Sternenhimmel sitzt. Uns manchmal anstupst, mit dem Finger Richtung Sterne zeigt und sagt: „Schau hin. Da leuchtet es. Für dich.“
Ich wünsche uns, dass wir das spüren dürfen… immer wieder.
Ihre Pfarrerin Denise Roth
