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Schuldnerberatung im Diakonischen Werk warnt vor Telefon-Abzocke

Immer wieder hört man von Betrugsmaschen, mit denen Kriminelle versuchen, an unser Geld zu kommen. Der sogenannte „Enkel-Trick“ ist mittlerweile vielen Menschen bekannt.

Die Gemeinsame Schuldnerberatungsstelle des Kirchenkreises und Nationalparklandkreises beobachtet allerdings in den letzten Jahren eine Zunahme von Betrügereien am Telefon. Der Ablauf ist unterschiedlich, aber das Ergebnis ist immer gleich: Die Anrufer versprechen den Menschen die Zahlung einer hohen Summe. Die Bedingung, um diese Zahlung zu erhalten, ist aber immer erstmal eine Zahlung der Betroffenen an den Anrufer. Die Betroffenen leihen sich dafür dann Geld von Familie, Freunden oder bei Banken. Diese Kredite werden von den Betrügern verharmlost, da sie eine hohe Zahlung versprechen, mit der dieses Geld sofort wieder zurückgezahlt werden kann. Daher lassen sich die Betroffenen oftmals darauf ein. Die Betroffenen schildern, dass sie im Nachhinein selbst nicht verstehen, wie sie sich darauf einlassen konnten. Eine Betroffene berichtet: „Die Anruferin hat so einen massiven Zeitdruck aufgebaut, dass ich gar keine Zeit hatte, darüber nachzudenken“. Das ist eine der vielen psychologischen Tricks, die die Betrüger nutzen. Ein weiterer Trick ist laut Verbraucherzentrale die Überrumpelung. Es wird eine Schock-Situation erzeugt, indem zum Beispiel ein Unfall einer nahestanden Person erfunden wird. Unter Schock sind Menschen nicht mehr in der Lage, rational zu denken. Die zitierte Betroffene hat den Anruf kurz nach dem Tod ihrer Mutter erhalten und war laut eigener Aussage besonders empfänglich dafür.

Die Betroffenen bleiben auf den Kosten sitzen, denn die Kredite haben sie selbst abgeschlossen und haften dafür. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man während des Telefonats aufgefordert wird, die Banking-App auf dem Handy zu öffnen und Zahlungen freizugeben. Dann haben die Betrüger einen Zugriff und buchen weitere Zahlungen ab, wie bei einer anderen Betroffenen. Dieses Geld konnte sie nicht zurückholen, da sie selbst aktiv den Zugriff auf ihr Online-Banking erlaubt hat. Auch sie konnte im Nachhinein nicht verstehen, wie sie darauf hereinfallen konnte. Sie war so in dieser Masche gefangen, dass sie nicht anders konnte, als immer weiterzumachen. Erst zu spät hat sie gemerkt, dass sie kein Geld bekommt. Dann ist die Scham oft so groß, dass die Betroffenen erstmal nicht weiterwissen. Die Kreditraten für die abgeschlossenen Kredite müssen bedient werden und die Familie macht vielleicht Druck, weil das Geld zeitnah zurückgezahlt werden sollte. Oftmals wenden sich die Betroffenen dann, trotz aller Scham, an die Schuldnerberatungsstelle, um eine Lösung für die entstandene Verschuldung zu finden. 

Betrüger finden immer wieder neue Möglichkeiten, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen und es kann jeden treffen, wenn er in einem schwachen Moment erwischt wird. Darüber, was Sie tun können, um sich zu schützen und über die aktuellen Maschen informiert die Verbraucherzentrale sehr ausführlich auf ihrer Website. Wenn Sie im Suchfeld den Begriff „Abzocke“ eingeben, finden Sie viele interessante Informationen zu verschiedenen Bereichen des Betrugs.

So erreichen Sie die Schuldnerberatung:

Gemeinsame Schuldnerberatung des Kirchenkreises Obere Nahe und des Nationalparklandkreises Birkenfeld

Pappelstraße 3

55743 Idar-Oberstein

Telefon: 06781/51 63 530

schuldnerberatung(at)obere-nahe.de