Gibt es etwas, das Sie für sich gerne ändern würden? Traditionellerweise ist das Jahresende die Zeit für solche Überlegungen. Wir ziehen Bilanz und machen uns Gedanken über die Zukunft.
Denn wie eine große weiße Schneefläche, die sich, noch unbetreten vor uns ausspannt, liegt dieses neue Jahr vor uns. 365 neue Tage, jede Menge Chancen und Möglichkeiten, so verspricht es uns. Wir können Ungeliebtes hinter uns lassen, Misslungenes vergessen und noch einmal bei null beginnen – „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!“ So dichtete einst Hermann Hesse. Und eben dieser Zauber ist zu Beginn eines neuen Jahres zu spüren.
Nicht umsonst sind in den ersten Wochen des Jahres Haushaltsgegenstände und Ordnungshelfer in den Geschäften im Angebot. Mehr Ordnung halten – auch so ein guter Vorsatz. In der evangelischen Kirche gibt es die Tradition, jedes Jahr unter einen Bibelvers zu stellen, der uns dann durchs ganze Jahr begleiten soll: die Jahreslosung. Für 2026 steht sie im vorletzten Kapitel der Bibel im Buch der Offenbarung des Johannes: Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)
Welch wunderbare Zusage ist das doch! Nichts muss so bleiben wie es ist. Alles das, was uns tagtäglich belastet, all die Beschwernis, die vielleicht aus dem alten Jahr mitbringen: Krieg, Not, Krankheit, Elend, Angst – alles kann sich ändern. Gott kann und wird es ändern. Vieles scheint uns doch in Stein gemeißelt: So manche Diktatur, so manche Gesellschaftsordnung, so manche Ungerechtigkeit, ja manchmal auch so manche ungute Beziehung, manche Angewohnheit, die uns einengt. Lassen Sie uns das neue Jahr doch aus dem Blickwinkel von Gottes Zusage betrachten: „Siehe, ich mache alles neu!“ Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt. Ich wünsche Ihnen dazu die Kraft und den Mut und ein gesegnetes 2026.
Pfarrerin Christine Wild, Ev. Edelsteingemeinde
