Aktuelle Bitten, auch in unserer Zeit. Die Bibel kennt starke Hoffnungsbilder von Gottes Friedenswünschen für diese Welt. Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen (85,11), dass das Kalb und der Löwe miteinander weiden werden und der Löwe Stroh fressen wird wie das Rind ( Jesaja 11,6 ), dass am Ende der Zeit Gott alle Tränen abwischen wird von unseren Augen (Offenbarung 21,4).
Und diese Hoffnungsbilder können uns Orientierung schenken für unseren Weg durch die Zeit. Dass wir unser Handeln an ihnen ausrichten, dass wir achten auf das, was der Gerechtigkeit dient – keinen „faulen Frieden“ machen, vielmehr Frieden suchen, der gerechten Ausgleich und Lebensmöglichkeiten für alle Geschöpfe Gottes eröffnet. Denn das ist es, was Frieden – hebräisch “Shalom”- in der Bibel meint. Nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern ausreichende Lebensmöglichkeiten für alle. Darum ist es so wichtig, dass Frieden und Gerechtigkeit zusammen gehören, damit der Friede wirklich trägt und Leben in ihm möglich ist.
Ein Blick in die Welt zeigt oft ganz andere Bilder: Bilder von Krieg und Gewalt, von verwundeten Menschen und zerstörten Städten. Traurig, fassungslos sind wir oft angesichts dieser Geschehnisse, hilflos und zornig wohl auch manches mal. Dann uns nicht überwältigen zu lassen von Trauer und Resignation, auch dazu helfen uns die Hoffnungsbilder vom Frieden aus der Bibel. Dass wir nicht abstumpfen, vielmehr emotional berührbar bleiben und zugleich handlungsfähig, hin zum Guten. Und dass wir auf Gottes Verheißungen vom Frieden unser Vertrauen setzen, ihnen nachfolgen und Gottes Heiliger Geistkraft Raum geben bei uns. „Selig sind, die Frieden stiften“, dieser Zuspruch Jesu ist ja längst schon ausgerufen über unsere Welt.
Pfarrerin Tanja Bodewig, Ev. Kirchengemeinde Weierbach-Sien
