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An(ge)dacht: Begegnen wir den Nächsten und Fernen großherzig und liebevoll

Das Wort zum Wochenende kommt heute von Klinikseelsorger Daniel Witting.

Gott spricht: “Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.”
(Ezechiel 34,16)

Wer wünscht sich bisweilen nicht jemanden, der hilft, tröstet, heilt - der Wege weist, die gangbar sind?  Aber darin liegt eben auch eine Gefahr! So viele menschliche Führer der Geschichte wurden und werden idealisiert, entpuppen sich als Egozentriker, Betrüger, oder bisweilen sogar als unmenschliche Verbrecher oder Kriegstreiber.

Gott, der gute Hirte, beschützt und prangert auch verantwortungslose Hirtengestalten an, die ihr Volk ausbeuten und in die Irre führen: „Solltet ihr nicht meine Herde weiden? Aber ihr esst das Fett und kleidet euch mit der Wolle und schlachtet das Gemästete, … .“ Kommt uns das nicht bekannt vor? Hirten, die sich selber weiden - Menschen, die aus dem Vollen schöpfen und nicht an Hungernde und Bedürftige denken. Die sich als Führer aufspielen, aber sterbende Kinder in Dürregebieten oder leidende Menschen in Lagern zwischen Kriegsparteien nicht sehen wollen. 

Doch Gott sagt: „Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen“ Dieses Versprechen ist tausende von Jahren alt, doch noch immer rufen wir „Gott, wo bleibst du?“ Gottes Worte im Buch des Ezechiel sehen beides: Verantwortung der Mächtigen wird klar benannt und sie werden moralisch in die Pflicht genommen. Zugleich werden auch wir mit hineingenommen, unserem Nächsten und Fernen großherzig und liebevoll zu begegnen. So wie es uns durch ein Gespräch von Jesus mit Schriftgelehrten überliefert ist. „Es ist kein anderes Gebot größer als dieses: Der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft und Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. 

Daniel Witting, Ev. Klinikseelsorger in Idar-Oberstein