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Aktionswoche Schuldnerberatung: Buy now – Inkasso später

"Buy now – Inkasso später" So lautet das Motto der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung. Es greift die Problematik auf, die entsteht, wenn Menschen übers Internet etwas kaufen können, das sie erst später bezahlen müssen.

Immer mehr Online-Zahldienste bieten diese Möglichkeit an. Das kann Vorteile haben – birgt aber auch große Gefahren. „Vor allem für junge Menschen besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren und so in die Schuldenfalle zu geraten.“ erklärt Christine Kreischer, die schon seit vielen Jahren in der Schuldnerberatung tätig ist. Die Schuldnerberatung würde es begrüßen, wenn der Umgang mit Finanzen verstärkt in der Schule thematisiert würde. 

Bei den Zahlungsdienstleistern können Zahlungen teilweise noch weiter verschoben werden und gehen dann in Ratenkaufverträge über. Für diese Verträge fallen dann weitere Kosten und Zinsen an, was nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wenn Menschen den Überblick verlieren und die Schulden immer weiter ansteigen, wenden sich viele Menschen an die Schuldnerberatungsstelle. „Wenn die Menschen zu uns kommen, erfassen wir nicht nur die Verschuldungssituation, sondern erstellen auch einen Haushaltsplan.“ erklärt Tatjana Jacobs, die ebenfalls in der Schuldnerberatung tätig ist. Dieser Haushaltsplan hilft den Menschen, einen Überblick über ihre finanzielle Situation zu erhalten, was der erste Schritt ist, um eine weitere Verschuldung zu stoppen. "Anhand des Haushaltsplans und der Verschuldungssituation wird eine individuelle Strategie für die Entschuldung erarbeitet.“ erklärt Ilona Schlegel, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Obere Nahe.

Der Leiter der Sozialabteilung der Kreisverwaltung Birkenfeld, Dirk Köbrich, traf sich zur jährlichen Übergabe des Jahresberichts mit der Schuldnerberatung. „Ich nutze diese Gelegenheit immer gerne, um mich mit den Mitarbeiterinnen über die aktuellen Themen auszutauschen, mit denen Menschen zur Schuldnerberatungsstelle kommen.“ berichtet Herr Köbrich. Auch das Problem mit den „Buy now - Pay later“-Angeboten ist mittlerweile in der Schuldnerberatungsstelle angekommen. „Wir beobachten, dass diese Zahlungsmöglichkeiten immer häufiger genutzt werden.“ berichtet Daniela Lambio, Mitarbeiterin in der Schuldnerberatungsstelle. Die Schuldnerberatung fordert mehr Transparenz bei Zinsen und Kosten im Zusammenhang mit solchen Geschäften. Diese dürfen nicht nur im Kleingedruckten stehen, sie müssen für alle verständlich unmittelbar vor dem Bezahlprozess ersichtlich sein. Da muss der Gesetzgeber tätig werden. 

Hier gelangen Sie zur Schuldnerberatungsstelle: 

Schuldnerberatungsstelle des Diakonisches Werkes Obere Nahe

und des Nationalparklandkreises Birkenfeld

Pappelstraße 3

55743 Idar-Oberstein

06781/5163530

E-Mail: schuldnerberatung@obere-nahe.de

Dirk Köbrich, Leiter des Sozialamts, und Ilona Schlegel, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks, vor dem Plakat der Aktionswoche. Fotografin: Tatjana Jacobs