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Synoden

Synodaltagung des Kirchenkreises Obere Nahe am Samstag, 22. August 2020, von 9.00 bis 11.15 Uhr

Die Tagung der Kreissynode wurde aufgrund der Corona-Pandiemie gemäß §2 Absatz 11 Verfahrensgesetz in Form einer Videokonferenz durchgeführt. Anwesend waren 66 stimberechtigte Mitglieder. Der ordentliche Mitgliederbestand besträgt 79 Mitglieder. Für die Kirchenleitung sprach Vizepräses Christoph Pistorius Grußworte zu den Synodalen..

 

Beschlüsse der Kreissynode, Grußworte und Berichte

Hohe Synode, sehr geehrte Damen und Herrn, liebe Schwestern und Brüder!

In den vergangenen Jahren hat es sich als sinnvoll erwiesen über den standartmäßigen Bericht der Superintendentin im Herbst hinaus bei den Synodaltagungen im Sommer einen aktuellen Einblick in die Situation des Kirchenkreises zu geben.

Das ist in diesem Jahr ganz besonders wichtig, denn die gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich durch die Corona-Pandemie massiv verändert. Die Kirchen können davon nicht unberührt bleiben, da sie Teil der Gesellschaft sind. Insbesondere unsere finanzielle Situation ist davon nachhaltig betroffen.

Zu den konkreten Entwicklungen:

 

1. Finanzen

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen wir mit einem massiven Rückgang der Kirchensteuereinnahmen rechnen. Auf der Ebene der Landeskirche wurde im Juni ein Nachtragshaushalt mit einer Minderung von 12,5 % erstellt. Bei der Sitzung des Erweiterten Finanzausschusses am 24.Juni 2020 wurden darüber hinaus die Eckdaten für 2021 festgelegt. Dabei wurden auch die Beschlüsse der Landessynode 2020 umgesetzt: Die Pfarrbesoldungspauschale hat sich deutlich erhöht, die Versorgungs- und Beihilfesicherungsumlage wurde dagegen gesenkt.

Allerdings müssen wir damit rechnen, dass bei gleichbleibenden Versorgungsverpflichtungen eine deutliche Erhöhung der Umlage zur Versorgung und Beihilfesicherung notwendig werden wird. Hintergrund ist, dass in der Vergangenheit eingegangene Verpflichtungen bedient werden müssen. Sollten diese wie bisher aus dem laufenden Haushalt genommen werden, würden spätestens ab 2030 kaum mehr Mittel zur Erfüllung des kirchlichen Auftrags zur Verfügung stehen. Die Mitgliederverluste übersteigen derzeit deutlich die Prognosen der im vergangenen Jahr vorgestellten Freiburger Studie.

Für unseren Kirchenkreis bedeutet dies aktuell eine Minderung des pro Kopf Verteilbetrags für 2020 um 25,96 € pro Gemeindeglied. Statt 180,19 € erhalten wir in diesem Jahr 154,23 €. Für das kommende Jahr können wir noch keine wirklich verlässlichen Aussagen machen, rechnen aber derzeit noch mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung.

Die EKiR rechnet zurzeit mit einer Erhöhung des Steueraufkommens für das Jahr 2021 von 5% wobei das Ausgangsniveau das tatsächliche Kirchensteueraufkommen von 2019 sein wird. Das Kirchensteuerniveau von 2019 wird aller Voraussicht nach aber nicht wieder erreicht werden.

Langfristig müssen wir uns darauf einstellen, dass das Kirchensteueraufkommen noch einmal deutlich zurückgehen wird.

Die Lage der Kirchengemeinden, die aufgrund ihrer angespannten Finanzlage bereits vom Kreissynodalvorstand mit Auflagen belegt worden sind, wird sich noch verschärfen.

Angesichts der Situation ist die Verwaltung angewiesen, eine engmaschige Überwachung der Liquidität sicher zu stellen.

Darüber hinaus empfehlen wir für alle Kirchengemeinden dringend einen Aufschub aller verschiebbaren Investitionen und einen Einstellungstopp.

Angesichts der Lage können Prozesse der strukturellen Anpassung nicht mehr aufgeschoben werden.

 

2. Pastorale Versorgung

Nicht nur die Finanzlage, sondern auch die pastorale Versorgung im Kirchenkreis Obere Nahe ist extrem angespannt.

Da Pfarrehepaar Schaake / Rössler-Schaake hat unseren Kirchenkreis am 1. August – nach nur sechs Monaten wieder verlassen, Pfarrer Steuckart ist ebenfalls zum 1. August in den Ruhestand versetzt worden und Pfarrer Reppich, der in der Region Oberstein zur Unterstützung des Fusionsprozesses eingesetzt war, wird zum 1. September eine Pfarrstelle der EKD im Auslandsdienst in Guatemala antreten. Pfarrer Günter Wild ist unserem Kirchenkreis in einem nicht Stellengebundenen Auftrag seit 1. Juni zugewiesen und in der Region Oberstein eingesetzt.

Zum 1. November wird das Pfarrehepaar Köhler den Kirchenkreis verlassen. Betroffen ist vor allem der Bereich Birkenfeld / Saarland. Damit werden ab September insgesamt 16 Gemeinde-Pfarrstellen im Kirchenkreis Obere Nahe besetzt sein – wobei Frau Roth sich in Elternzeit befindet. 17 Menschen werden ihren Dienst im Kirchenkreis versehen.

Abzusehen sind bereits die Versetzungen in den Ruhestand von Pfarrer Manfred Keip sowie von Pfarrer Lothar Hübner. Die Kirchengemeinden Bosen, Sötern und Nohfelden sowie die Gemeinden im Fischbachtal – der sogenannten Nordregion- sind dazu aufgefordert zu fusionieren, um adäquate Pfarrstellen ausschreiben zu können.

Ab dem Jahr 2030 sind dem Kirchenkreis Obere Nahe nach derzeitigen Berechnungen der landeskirchlichen Personalplanung maximal 15 nicht refinanzierte Pfarrstellen zugerechnet, wobei wir derzeit von mindestens 1 Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge und für die Arbeit des Schulreferats ausgehen. Für den Gemeindedienst würde dies bedeuten, dass noch 14 Pfarrstellen im Kirchenkreis sein würden.

 

3.       Was können wir uns noch leisten?

Abgesehen davon, dass wir derzeit unsere Strukturen noch nicht in allen Bereichen so verändert haben, dass ein effektiver Dienst unter den gegebenen Rahmenbedingungen gestaltet werden kann, ist auch zu fragen, wie viele Pfarrer*innen und sonstiges Personal wir uns überhaupt noch leisten können werden.

Darüber hinaus wird es immer schwieriger gut qualifizierte Mitarbeitende zu finden.

Aktuell haben wir auch aufgrund der Lage unseres Kirchenkreises massive Probleme adäquate Stellenbesetzungen zum Beispiel in der Leitung unserer Finanzabteilung vornehmen zu können.

Wie oben erläutert, wird sich die finanzielle Lage negativ entwickeln, sodass der Finanzdezernent unserer Landeskirche, Oberkirchenrat Bernd Baucks ganz klar benannt hat: „Wir stehen vor der Frage: Personal oder Gebäude!“

Manche unserer Kirchengemeinden werden sich in ihrer jetzigen Verfassung weder das eine noch das andere leisten können.

 

Konsequenzen

Ressourcenbewusstsein

Angesichts der oben geschilderten Gesamtlage brauchen wir ein Bewusstsein dafür, welche Ressourcen wir derzeit noch zur Verfügung haben. Dabei denke ich nicht allein an die Finanzen oder den Pfarrdienst, sondern auch an die Möglichkeiten, die uns als Kirchenkreis durch das Engagement unserer Haupt- und Ehrenamtlichen in allen Bereichen der Arbeit noch immer zur Verfügung stehen.

Ich denke an unseren Internetauftritt, der es ermöglicht Kirche über den eigenen Kirchturm hinaus wahrzunehmen und anzunehmen.

Ich denke an die vernetzte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen, die ein wesentlicher Indikator für Qualität ist.

Ich denke auch an die Kooperationen mit Städten und Verbandsgemeinden oder dem Landkreis.

Nur wenn wir unsere Kräfte zusammenführen, sie miteinander verzahnen, können wir zukunftsfähig werden. Denn es kann nicht mehr alles überall angeboten werden.

Vor allem müssen Prozesse zur Strukturanpassung beschleunigt werden und jede Investition muss auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüft und an veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert und gemessen werden.

 

Kirche lebt mit dir!

Diesen Satz liest, wer sich die Startseite des Kirchenkreises Obere Nahe anschaut. Darunter findet sich ein buntes Bild von Aktivitäten. Sie zeigen wie vielfältig Kirche das Leben von Menschen im Heute und Hier betrifft und prägt.

Längst noch nicht alle Möglichkeiten sind dabei ausgeschöpft!

Auch – und das haben wir gezeigt – während Krisenzeiten wie Corona, sind wir da – mitten im Leben. Flexibilität war und ist gefragt.

Durch Corona haben wir aber auch gelernt: Gemeinschaft kann über Räume und Orte hinweg lebendig bleiben zu lassen.

Geistlich gesehen können wir da vom Judentum lernen.

Der Verlust des Tempels und die Zerstreuung in viele Länder hat dazu geführt, dass die gemeinsame Zeit über Räume hinweg wichtig und wesentlich wurde.

Zerstreut aber geeint in der Festzeit! Bei uns war das zum Beispiel möglich durch Glockengeläut, um Menschen in ihren Häusern zum Gebet und zum Entzünden der Kerzen aufzurufen.

Online können wir gleichzeitig an verschieden Orten miteinander Konferenzen abhalten, so wie heute, Andachten feiern, Beratung und Hilfe geben, Informationen austauschen und Kirche sein.

Online – gleichzeitig – an verschiedenen Orten – mehr noch: auch das Prinzip der gleichen Festzeit kann - nach talmudischer Auslegung - abweichen mit Rücksicht auf Alltagsnotwendigkeiten– auch spätere Feste sind möglich.

Wir haben erfahren, Andachten und Gottesdienste online – können in diesem Sinne ermöglichen, dass Menschen auch später noch an dem Gottesdienst und Andachten teilnehmen, sie zu Kenntnis nehmen, sich aufrichten lassen.

Doch auch ganz analog wurde dies möglich gemacht – mit Gottesdienst-Care-Paketen, ausgestattet z.B.  mit Osterkerze, Palmzweig und einer Leseandacht. Darüber hinaus gab es vielfältige und kreative Aktionen in unseren Gemeinden. Ich denke an Andachten, die verteilt oder verschickt wurden, oder einem Fotowettbewerb zu einem Psalm oder ähnliches.

 

Kirche mitten im Hier und Jetzt und über Raum und Zeit hinaus!

Wenn Ort und Zeit flexibel werden, dann stellt sich die Frage:

Was ist wesentlich fürs Kirche sein? Es ist der Auftrag, Gottes Wort, auszurichten an alles Volk, damit Menschen ihre eigene Geschichte mit der Geschichte Gottes verbinden können.

Das können sie, wenn sie Kirche erleben in ihren unterschiedlichen Gestalten – in den Kindertagestätten, dem Diakonischen Werk, der Kirchenmusik, der Jugendarbeit und im Lernen des Wortes Gottes, im Gebet und dem gemeinsamen nachdenken über die Schrift!

Welche Ressourcen brauchen wir dafür? Wir brauchen vor allen Dingen Menschen, die unters Volk gehen. Mitten im Heute und Hier Christsein verantwortlich leben und zeigen, was es heißt, seine Geschichte mit der Geschichte Gottes unter den Menschen zu verbinden.

Kirche ist lebendig, wenn sie mittendrin ist – mitten in der Gesellschaft und digital– nicht abseits hinter dicken Mauern und hochgesicherten Kommunikationsplattformen.

Kirche lebt mir dir! Dafür brauchen wir alle unsere Ressourcen und müssen sie vernetzt, effektiv, effizient und überprüfbar nachhaltig einsetzen.

Denn Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

 

Ich danke in dem Sinne allen, die ihre Kraft, ihre Fantasie eingesetzt haben, um Kirche weiter erlebbar zu machen.

Der mit der Sitzungseinladung vorgelegte Entwurf einer Konzeption für den Kirchenkreis Obere Nahe unter dem Titel "Kirche mit dir" wird mit sofortiger Wirkung festgestellt.

Die Kreissynode hat die Abgeordneten zur Landessynode für die Amtszeit 2020 bis 2023 gewählt und die Anzahl der Vertretungen für die theologischen sowie nicht-theologischen Abgeordneten festgelegt

Theologischer Abgeordneter:

Pfarrer Ardt Fastenrath (Kirchengemeinde Idarbachtal)

1. Stellvertreter: Pfarrer Klaus Rath (Kirchengemeinde Niederbrombach) 
2. Stellvertreterin: Pfarrerin Christiane Bock (Kirchengemeinden Achtelsbach-Brücken, Leisel und Siesbach)

Die Kreissynode legte die Anzahl der Vertretungen für den theologischen Abgeordneten zur Landessynode auf 2 fest.

Nicht-theologische Abgeordnete:

1. Regina Rau (Kirchengemeinde Niederbrombach)
2. Albert Graf (Kirchengemeinde Medard-Wiesweiler)

Stellvertretungen:

Carina Clemens-Henn (Kirchengemeinde Nahbollenbach)
Winfried Wendling (Kirchengemeinde Wickenrodt)
André Bender (Kirchengemeinde Oberstein)

Die Kreissynode legte die Anzahl der Vertretungen für den nicht-theologischen Abgeordneten zur Landessynode auf 4 fest. Eine vierte Kandidatur ist bei einer zukünftigen Tagung möglich.

 

 

Tagung des Herbstsynode am 13. und 14. November 2020

Sofern aufgrund der Corona-Pandemie die ordentliche tagung der Kreissynode am 13./14. November nicht bzw. nicht vollumfänglich als Präsenztagung durchgeführt werden kann, ist der Kreissynodalvorstand ermächtigt, ein Tagungskonzept auch abweichend von der Geschäftsordnung zu erstellen.

Tagungen der Kreissynode im Jahr 2021

  • Außerordentliche Tagung am 12. Juni 2021
  • Ordentliche Tagung am 12. und 13. November 2021

Kontakt

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Vollmersbachstraße 22
55743 Idar-Oberstein

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Superintendentin

Jutta Walber
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Tel.: 06781 - 407 32
Vollmersbachstraße 22
55743 Idar-Oberstein

Leiter des Verwaltungsamts

Sascha Heidrich
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Tel.: 06781 -407 31
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Leiterin der Gemeinsamen Personalverwaltung (GPV)

Astrid Müller
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Leiter der Abteilung Liegenschaften

Timo Risch
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Sekretariat Superintendentur

Martina Sigl
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Tel.: 06781 - 407 33
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