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Wochenendimpuls: Kopf hoch!

Das Wochenende steht vor der Tür. Wieder ein Wochenende ohne besondere Aktivitäten, Ausflüge, Highlights. Es ist das Wochenende vor dem Osterfest.

Palmsonntag, an dem traditionell früher die Konfirmationen gefeiert wurden.

Dieses Jahr ist alles anders. Alles abgesagt, verschoben. Auch die regelmäßigen, sonntäglichen Treffen auf dem Fußballplatz, Discobesuche am Wochenende, einfach mal mit der Clique abhängen – all das ist uns momentan untersagt.

Der veränderte Arbeitsrhythmus in der Woche ist das eine, aber diese Samstage und Sonntage ohne dieses „Ich freue mich schon auf….“ sind schwer auszuhalten. Und da kann es auch schon mal vorkommen, dass schlechte Stimmung aufkommt, vielleicht sogar Konflikte innerhalb des Familienlebens aufbrodeln.

Ohne geregelten Arbeits- und Freizeitstress sind wir auf uns selbst geworfen und unterliegen damit ganz anderen Stressfaktoren. Am Ende der dritten Woche ohne Altgewohntes fühlen wir uns niedergeschlagen, gerade und vor allen Dingen im Hinblick auf das Wochenende, an dem wir ursprünglich so viel vorhatten.

Und da kommt mir Rahul, der Rikschafahrer wieder in den Sinn – auf seiner Fahrt zur Uni Delhi möchte ich Euch mitnehmen.

Rahul fährt die junge Studentin Surya durch die Straßen seiner Heimatstadt und kommt, wie sollte es anders sein, mit ihr ins Gespräch.

Da die junge Frau mit hängenden Schultern angestrengt auf ihr Smartphone nach unten schaut, gibt ihr Rahul zu verstehen, dass sie freiwillig die Haltung einer niedergeschlagenen Person einnimmt. „…was …was willst Du mir damit sagen?“ fragt Surya und hebt zum ersten Mal wirklich den Blick. Sie legt das Smartphone zur Seite und zieht die Schultern ein wenig unbeholfen nach hinten. „Mit unserer Körperhaltung geben wir unserem Unterbewusstsein immerzu Zeichen, die es registriert.“

Und Rahul erzählt ihr von seinem Freund Rany, der bei der Telefonseelsorge arbeitet und der den Anrufern immer zuerst eine Frage stellt: „Was sehen Sie über sich?“ Obwohl sich die Leute wundern, schauen sie nach oben und beschreiben, was sie sehen: die Zimmerdecke, den blauen Himmel, die Krone eines Baumes, Vögel, Wolken, Flugzeuge oder eine Lampe, die über einem hängt.

Der einfache Blick nach oben ist der schnellste Weg, um in unserem Leben kleine Glücksmomente freizusetzen. So sehr wirkt sich unsere Haltung darauf aus, wie wir uns fühlen.

In diesem Sinne: Kopf hoch! Versucht es, wenn Ihr Euch aufgrund der jetzigen Situation niedergeschlagen fühlt. Es soll helfen!

Ein schönes Wochenende,
Dorothee Lorentz

 

Der einfache Blick nach oben ist oft der schnellste Weg, um kleine Glücksmomente freizusetzen. Bildnachweis: Jinhokim/Pixabay.com