Sie sind hier: Kirche mit dir

Landeskirchenamt gibt grünes Licht für Angliederung

Die Angliederung der Kirchengemeinde Nohen an Birkenfeld kann am 1. Januar 2021 vollzogen werden. Das Landeskirchenamt gab den Anträgen beider beteiligten Presbyterien statt.

Birkenfeld/Idar-Oberstein/Düsseldorf.  Die Angliederung der Evangelischen Kirchengemeinde Nohen an die Kirchengemeinde Birkenfeld kann zum 1. Januar 2021 formal vollzogen werden. Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKirR) in Düsseldorf hat am 9. September den übereinstimmenden Anträgen beider Presbyterien stattgegeben.

Die Kirchengemeinde Nohen wird demzufolge zum Jahreswechsel am 31. Dezember 2020 aufgehoben. Ihre Rechtsnachfolgerin wird die Kirchengemeinde Birkenfeld, in der Nohen aufgeht. Die Kirchengemeinde Birkenfeld wird dem entsprechend verändert. Das bedeutet: Ihr Gebiet umfasst ab dem 1. Januar 2021 nunmehr die kommunalen Gemeinden Birkenfeld, Buhlenberg, Dienstweiler, Ellenberg, Ellweiler, Gollenberg, Hoppstädten-Weiersbach, Nohen, Rimsberg und Rinzenberg. Die Gemeindeleitung, das Presbyterium in Nohen, gibt zum Stichtag die Eigenständigkeit auf. Im Jahr 2021 wird das Presbyterium für die vergrößerte Kirchengemeinde Birkenfeld neu gewählt. In dem neuen Presbyterium werden dann zwei Plätze für Mitglieder aus dem Gemeindebezirk Nohen reserviert sein. Der Wahltermin steht noch nicht fest, wird jedoch in den nächsten Wochen bekannt gegeben. In diesem Zusammenhang wird auch darüber informiert, wie interessierte Mitglieder der Kirchengemeinde sich zur Wahl stellen können. Das Gebiet der Kirchengemeinde Nohen wird dem zweiten Pfarrbezirk der Kirchengemeinde Birkenfeld zugeordnet, die dann zwei volle Pfarrstellen besitzt. Bislang war Ira Köhler Pfarrerin mit einem Teil ihres Stellenumfangs im zweiten Pfarrbezirk und mit dem anderen in Nohen.

Damit kommt zum Jahreswechsel ein langer und in Strecken auch kontrovers diskutierter Prozess zum Abschluss: Vor zwei Jahren, im Oktober 2018, wurde in einer Gemeindeversammlung konkret über eine mögliche Angliederung Nohens an Birkenfeld gesprochen. Unter anderem auch, weil zu viel Zeit von Pfarrerin Ira Köhler mit Verwaltungsaufgaben beansprucht wird. Zeit, die ihr an anderer Stelle bei der Arbeit mit und für die Menschen fehlt. Auch wird sich durch die Angliederung im Gemeindeleben nicht viel verändern: Gottesdienste, Gruppen und Kreise wird es weiterhin wie in gewohnter Form geben. Die derzeitigen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie einmal außen vor gelassen. Eine Angliederung lässt der Pfarrperson einen größeren Gestaltungsspielraum für pastorale Tätigkeit. Auf der anderen Seite gab und gibt es Vorbehalte, die Eigenständigkeit aufzugeben und in einer größeren Gemeinde aufzugehen. Insbesondere im Hinblick auf Finanzplanung und Organisation der Gemeinde.

Bei der 2019 stattfindenden Gemeindeversammlung wurden die Gespräche dann konkreter. Zur Entscheidung beigetragen haben dürfte auch ein Grundsatzbeschluss des Kreissynodalvorstands (KSV) des Kirchenkreises Obere Nahe aus dem Jahr 2017, der eine Neubesetzung von Pfarrstellen für mehrere Kirchengemeinden ausschließt. Nun zeigt sich aktuell, wie wichtig der eingeschlagene Weg der beiden Presbyterien ist. Da das Pfarrerehepaar Köhler die Kirchengemeinden Birkenfeld und Nohen zum 1. November verlassen, kann die Kirchengemeinde Birkenfeld nun zeitnah die Neubesetzung der beiden Pfarrstellen angehen. Eine Besetzung ist ab dem 1. Januar 2021 möglich. Bis die Pfarrstellen neu besetzt sind, kann es in der Kirchengemeinde Birkenfeld zu weniger und unregelmäßigen Gottesdiensten kommen.

 

Zur Sache: Kirchengemeinde Birkenfeld und Kirchengemeinde Nohen

Die Kirchengemeinden Nohen und Birkenfeld liegen im Südwesten des Kirchenkreises Obere Nahe. Zwischen Nohen und Birkenfeld besteht seit 1823 eine pfarramtliche Verbindung. Pfarramtlich verbunden bedeutet in diesem Fall, dass die Kirchengemeinde Nohen keinen eigenen Pfarrer hat. Die Pfarrperson, die die zweite Stelle in Birkenfeld hat, ist auch Pfarrer oder Pfarrerin in Nohen. Bis 31. Oktober sind Klaus Köhler (Pfarrbezirk 1) und Ira Köhler (Nohen, Pfarrbezirk 2) Inhaber der beiden Pfarrstellen. Unterstützt werden sie von Diakon Christopher Holtkamp-Umbach. Nohen eingerechnet, hat Birkenfeld rund 4.800 Kirchenmitglieder. Der Bekenntnisstand der Kirchengemeinde Birkenfeld ist uniert.

 

In der evangelischen Kirche in Nohen gibt es auch nach dem 31. Dezember weiter Gottesdienste und Angebote für Gruppen und Kreise. Allerdings ist sie dann eine Predigtstätte der veränderten Kirchengemeinde Birkenfeld. Bildnachweis: Kirchenkreis Obere Nahe