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Gottes Geist in welchem Raum? Neue Termine für ZOOM-Foren

Im Juni fand die erste Runde der theologischen Zoom-Foren „Gottes Geist in welchem Raum? Kirche in dieser Zeit“ statt. Nun gibt es weitere Termine.

Düsseldorf/Idar-Oberstein. Am 2., 17., und 25. Juni fand die 1. Runde der theologischen Zoom-Foren „Gottes Geist in welchem Raum? Kirche in dieser Zeit“ statt. Wir haben uns sehr über das rege Interesse gefreut, auf das unsere Einladung gestoßen ist. – Gerne laden wir hiermit zu einer zweiten Runde ein, mit der wir weiteren Interessentinnen und Interessenten die Teilnahme ermöglichen wollen. Außerdem gibt es Termine für die zweite Runde.

Wer kann mitmachen?

Presbyterinnen/Presbyter, interessierte Gemeindeglieder, Prädikantinnen/Prädikanten, Pfarrerinnen/Pfarrer sind alle sehr herzlich eingeladen! Die Foren leben von der Interaktion und Beteiligung möglichst vielfältiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Jede Perspektive zählt! Die Foren sind ergebnisoffen und sollen Impulse für die kirchliche Arbeit setzen. 

Theologie ist Diskurs und lebt von der Unterschiedlichkeit der ins Gespräch gebrachten Perspektiven.

Theologie ist ein erfinderisches Suchen nach dem Angemessenen, dem Bibel-Gemäßen, letztlich dem Willen des uns verborgenen Gottes. Sie basiert auf der erzählenden persönlichen Gotteserfahrung vor dem Hintergrund der biblischen Überlieferung.  – In diesem Sinne werden die Foren Theologie treiben, konkret an den Fragen und Erfahrungen der Corona-Krise entlang.


Anlass 

Durch das Versammlungsverbot und damit die Unmöglichkeit von Präsenzgottesdiensten sind in den letzten Wochen der Corona-Pandemie eine Fülle kreativer, unkonventioneller und inspirierender neuer Formen für Gottesdienst, Andacht und Gemeinschaftspflege entstanden. Nur das wenigste davon ist ein Notbehelf, der wieder verschwinden kann. Insbesondere für die Entwicklung digitaler Kirche ergeben sich vielfältige Impulse. Jedenfalls stellen die Erfahrungen in dieser Zeit Denkaufgaben, die wir nicht vertagen, sondern diskutieren wollen!
Dabei sind grundlegende theologische Fragen offensichtlich: Was macht Kirche eigentlich aus? Was bedeutet es für die Menschen als körperliche Wesen in leib-seelischer Einheit, digitale Gemeinschaft zu erfahren – ohne geteilte Raumerfahrung, ohne in einem Kirchraum zu sein? Wo und wie ereignet sich Kirche als Leib Christi in allen möglichen Formen – analog und digital? Ist ein Segen, der digital vermittelt ist, wirkmächtig? Welche Abendmahlspraxis gelingt zur Zeit von Kontaktverboten, welche nicht? Kann digitale Gemeindemitgliedschaft die Teilhabe an einer Ortsgemeinde nur ergänzen oder kann sie eine eigene, selbständige Art der Verbundenheit mit Kirche darstellen?

Theologisch gesprochen, geht es um Grundfragen der Anthropologie und Pneumatologie, die darauf warten, vielschichtig diskutiert zu werden.

Themen

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt der drei Foren: „Geist Gottes“ wird dabei jeweils ein Querschnittsthema in allen drei Foren sein.

1. Leiblichkeit/Verletzlichkeit (Dienstag, 29.07., 18-20 Uhr) „Spricht Jesus zu Maria: Rühre mich nicht an!“ (Joh 20,17)

Wir haben einen Körper, aber wir sind Leib, in der Einheit von Körper, Geist und Seele. Gottes AnSpruch an den Menschen umfasst ihn in dieser Ganzheit. Deshalb vollzieht sich christlicher Glaube nicht nur in Denken und Fühlen, sondern in alle leiblichen (geistigen, seelischen, körperlichen) Dimensionen des Menschseins. Welche Rolle spielt die Leiblichkeit in den biblischen Texten und für uns im Gottesdienst?
Gleichzeitig wird durch den Blick auf die Leiblichkeit in der Corona-Krise vor allem auch die Verletzlichkeit des Lebens vor Augen geführt. Leiblichkeit bedeutet Verletzlichkeit und Sterblichkeit. Wie gehen wir damit in unserem Reden mit und über Gott um?

2. Orte/Räume (Mittwoch, 05.08, 19.30 – 21.30 Uhr) „Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!“ (Gen 28,16)

Für viele ist es eine neue Erfahrung, dass in der Corona-Krise Gottesdienst nicht mehr nur im Kirchraum stattfindet, sondern auch zuhause. Für andere ist der Kirchraum ein zentraler und nicht ersetzbarer Raum geistlicher Erfahrung. Welche Rolle spielen die Orte und Räume, an denen Gemeinde sich ereignet? Wen laden welche Räume ein, welche Personen oder Gruppen schließen sie aus?

3. Leib Christi (Montag, 10.08, 18-20 Uhr) „Ihr aber seid der Leib Christi.“ (1. Kor 12,27)
In der Corona-Zeit erleben wir, wie Gemeinschaft durch neue Formen bewahrt wird. Wir machen auch die Erfahrung, dass ganz andere Menschen als sonst an den Gemeindeangeboten teilnehmen. Was entdecken wir dadurch an Gemeinschaft, Gemeinde, Kirche? Was lernen wir über unsere Wirkung als Leib Christi in der Welt?  

Durchführung

Zu den Foren wird über die Superintendentinnen und Superintendenten sowie die Ausschüsse und ihre Vorsitzenden eingeladen. Bis zu 50 Personen können an den Foren teilnehmen. Idealerweise erfolgt die Anmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglichst zu allen drei Foren.  
Die Foren finden über die Zoom-Videokonferenz Plattform statt. Nach einem kurzen einführenden Impuls wird der Schwerpunkt jeweils auf kleinen Diskussionsgruppen von 5-6 Personen liegen, in die Forum dann jeweils aufgeteilt wird.
Die Ergebnisse der drei Foren werden anschließend von der Vorbereitungsgruppe gesammelt und gebündelt. Eine Weiterarbeit mit den daraus hervorgehenden Impulsen ist ausdrücklich gewünscht und wird beispielsweise im Rahmen der Theologischen Studienzeit der Konferenz der Superintendentinnen und Superintendenten im Herbst eine weitere Verortung finden.

Alle sind eingeladen!  
Anmeldungen bitte bis zum 24.07. an Julia Polarz (julia.polarz@ekir.de).
Für Rückfragen stehen Ilka Werner (ilka.werner@ekir.de) und Volker Haarmann (volker.haarmann@ekir.de) jederzeit gerne zur Verfügung.
 

Bildnachweis: viarami/Pixabay.com