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Hilfetelefon bei Gewalt in Familien

Seit Jahren nimmt die häusliche Gewalt zu. Die beiden Lockdowns verstärken diesen Effekt noch. Das Diakonische Werk ruft Betroffene dazu auf, sich Hilfe zu suchen.

Bundesfamilienministerin Giffey nannte bereits die Zahlen der Kriminalstatistik zu Opfern häuslicher Gewalt aus 2019 „schockierend“: 2019 gab es mehr als 141.000 Opfer von häuslicher Gewalt - 81 Prozent davon waren Frauen. Die Zahlen steigen seit 2015 an und hinter diesen Zahlen des BKA steht eine nicht bekannte Dunkelziffer von häuslicher Gewalt, die ohne Anzeige bleibt. Experten gehen davon aus, dass der Lockdown zu einer zusätzlichen Zunahme von Gewalt in Familien führt.

Wenn alles zu viel wird, die Nerven blank liegen und die Pandemie die Krise(n) zu Hause noch verstärkt, dann ist Gewalt in den eigenen vier Wänden keine Seltenheit. Und viel zu oft ziehen sich die Opfer zurück. Meistens trifft die Gewalt Kinder und Frauen.

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Obere Nahe berät Familien und Frauen. Doch meist verhindert die Angst, dass sich die Opfer von Außen Hilfe suchen. Wenn es zu Gewalt kommt, sind deshalb zuerst einmal Hilfenummern wichtig, die kostenlos 24 Stunden an 7 Tagen erreichbar sind.

„Die Privatsphäre der eigenen Wohnung, Angst und Abhängigkeit schützen die Täter. Aus unserer Schwangerschaftsberatung wissen wir, wieviel Kraft und Mut es Frauen kostet, nach außen zu gehen und sich selbst mit dem Schutz der anonymen Beratung Hilfe zu holen. Die bundesweiten Hilfenummern sind deshalb als erster Schritt aus der Gewaltspirale enorm wichtig,“ stellt Ilona Schlegel, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, fest.

Hier gibt es Hilfe per Telefon oder im Internet

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen:Telefon 0800 116016 (auch Chat, online und in 17 Sprachen unter www.hilfetelefon.de)

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche:  Telefon: 116 111