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An(ge)dacht: Den „Faden nach oben“ nicht verlieren!

Das Pendant zur Erdung - für Pfarrer Klaus Rath ist das der "Faden nach oben". Wie wichtig es ist, auch diesen nicht zu verlieren, zeigt ihm die Geschichte, die eben diesen Titel trägt.

„Christi Himmelfahrt“ liegt hinter uns - einer der großen Feiertage der Christenheit. Aber am Gottesdienstbesuch ist das mancherorts leider kaum zu erkennen. Viele nutzen den Feiertag als Auftakt für ein verlängertes Wochenende. Und mancher Männertrupp zieht gern ins Grüne und feiert Vatertag, nicht Himmelfahrt.

Grund genug, sich einmal zu erinnern, worum es eigentlich geht: Um die Rückkehr des Sohnes Gottes in das Himmelreich - und darum, dass auch wir zu Gott kommen sollen, als unserem letzten Ziel nach diesem Erdendasein. Wohl sollen wir in diesem Leben „Acht auf die Gassen haben“, gleichzeitig nicht den Blick hinauf zu den Sternen verlieren und uns die Sehnsucht bewahren nach der himmlischen Heimat, wo wir bei Gott sein werden.

Warum es wichtig ist, dass wir Gott und den Himmel nicht vergessen und durch unseren Glauben die Verbindung nach oben halten - dazu folgende, kleine Geschichte. Sie hat die Überschrift: „Der Faden nach oben“: Eines schönen Morgens glitt vom hohen Baum am festen Faden die Spinne herab. Unten im Gebüsch baute sie ihr Netz, das sie im Laufe des Tages immer großartiger entwickelte und mit dem sie reiche Beute fing.

Als es Abend geworden war, lief sie ihr Netz noch einmal ab und fand es herrlich! Da entdeckte sie auch wieder den Faden nach oben, den sie über ihrer betriebsamen Geschäftigkeit ganz vergessen hatte. Doch verstand sie nicht mehr, wozu er diente, hielt ihn für überflüssig und biss ihn kurzerhand ab. Sofort fiel das Netz über ihr zusammen, wickelte sich klebrig um sie und schnürte sie hoffnungslos ein.

Soweit die kleine Geschichte - und mich erinnert sie daran, dass es wichtig ist, nicht nur „geerdet“, sondern auch durch den Glauben mit dem Himmel, mit Gott verbunden zu sein. Die Bibel sagt: Wir Menschen sind von Gott und zu ihm hin erschaffen - und es ist nicht genug, dass wir das „Netz unsres Erdendaseins“ reichlich ausspinnen, uns hier im Leben gut einrichten, in betriebsamer Geschäftigkeit aufgehen - und darü-ber hinaus von nichts wissen wol-len.

Es ist gut, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehn. Doch unsre Seele will auch „von oben“ gehalten, getragen sein.

Pfarrer Klaus Rath, Ev. Kirchengemeinde Niederbrombach

 

Der Faden nach oben - die Seidenraupe ist da klüger als die Spinne in unserer Geschichte.
Autor unserer heutigen An(ge)dacht: Pfarrer Klaus Rath, Niederbrombach