23.10.2018 146 days

Zauberhafte Atmosphäre in Birkenfeld


Kino in der Kirche: Rund 150 Besucher schauten sich Harry Potter und der Stein der Weisen in der Ev. Kirche Birkenfeld an.

Birkenfeld. Am Samstag, 13. Oktober, 18 Uhr, lag der Eingang zu Gleis 9 ¾ in der Evangelischen Kirche in Birkenfeld, denn Pfarrerin Ira Köhler und ihr Team hatten zu einem ganz besonderen Event eingeladen: Einem literarischen Gottesdienst zum Buch „Harry Potter und der Stein der Weisen“. In diesem ersten Band der Fantasy-Reihe wie auch in den folgenden Büchern zeichnet die Autorin Joanne K. Rowling das Bild eines jungen Menschen unseres Kulturkreises. Harry Potter ist Christ - so wie die meisten von uns.

Harry wurde von seinen Eltern als Kind trotz schwieriger Kriegszeiten getauft. Weil seine Eltern getötet wurden, als Harry noch ein Kleinkind war, lebt er bei Tante und Onkel und wächst ohne religiöse Bildung auf. Dennoch gelingt es dem jungen Zauberer, sich bis zuletzt immer wieder christlich zu verhalten: Er setzt sich für seine Feinde ein, rettet auch sie aus Lebensgefahr und ist so mutig, immer wieder sein Leben für andere einzusetzen. Er ist dem Stolz, der Eitelkeit und anderen Versuchungen ausgesetzt und kann sie, wenn auch mit großen Mühen, fast immer überwinden. Immer wieder stellt er sich selbst in den Dienst der Allgemeinheit, kämpft gegen das Böse und setzt sich für Gerechtigkeit und Frieden ein.

Tragen Narben auch etwas Gutes in sich?

Diese Erkenntnis war für Pfarrerin Köhler Grund genug, das erste Buch der Fantasy-Reihe als Grundlage für diesen besonderen Gottesdienst zu nehmen. Gemeinsam mit Babette und Lily Bär, Emily Weis und Heide Lauf-Seithel suchte sie nach Antworten auf die Fragen, ob Narben auch ihr Gutes haben und wie wir mit den Snapes unseres Lebens fertig werden. Spannend und lebensnah verknüpfte das Team die Handlung des Buches mit unserer realen Welt und der biblischen Botschaft, während an der Kirchendecke ein Meer von Kerzen schwebte und Eulen auf der Kanzel nur darauf warteten, die Briefe zuzustellen, die den mehr als 150 Gottesdienstbesuchern deutlich machen sollten, dass sie wertgeschätzte und geliebte Kinder Gottes sind.

Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst von Kantor Volker Schöpfer, der es auf unnachahmliche Weise verstand, die Titelmelodie des Filmes auf Kirchenorgel und Keyboard zu übersetzen und so den Zauber des Abends zu verstärken.

Im Anschluss an den Gottesdienst verwandelte sich die Kirche dann in ein Kino. Nach einer kurzen Pause, in der die Gottesdienstbesucher sich mit Getränken, Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen und Hagrids Felsenkeksen versorgen konnten, wurde der Film „Harry Potter und der Stein der Weisen“ in voller Länge gezeigt. Am Ende waren sich alle einig: Ein wirklich zauberhafter Abend in einer Kirche, die der großen Halle von Hogwarts in nichts nachstand.


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