23.05.2017 2 yrs

Seit der Wahl Donald Trumps und des Wahlkampfs in Frankreich ist sie immer wieder zu hören, die Rede von der gespaltenen Gesellschaft, dem gespaltenen Land


Superintendentin Jutta Walber

Trennung, Aufspaltung oder auch Abspaltung scheinen an der Tagesordnung zu sein. Auf europäischer Ebene ist von einem Nord-Süd-Gefälle die Rede. In der Regel werden diese Unterschiede und Trennungen als negativ erlebt. Einigkeit, Einmütigkeit, Gleichheit sind die angestrebten Ideale. Aber ist das realistisch? Ist das überhaupt erstrebenswert? Vielfalt und Unterschiedlichkeit bereichern jedes Team. Ein wertschätzend und zivilisiert geführter Streit kann zu neuen Erkenntnissen führen – zu einem gemeinsamen Weg. Am vergangenen Wochenende sind die VertreterInnen aller evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Obere Nahe zu ihrer Frühjahrssynode zusammenkommen, um über die Umsetzung des Verwaltungsstrukturgesetzes der Evangelischen Kirche im Rheinland zu entscheiden. Bereits im Vorfeld gab es vier sog. Regionalkonferenzen, bei denen einige Themenfelder intensiv beraten werden konnten.

Synode – ein griechischer Ausdruck, der so viel bedeutet wie „Gemeinsamer Weg“ – doch so ein gemeinsamer Weg ist nicht selbstverständlich, er muss erstritten werden. Die erste christliche Synode war eine Zusammenkunft anlässlich eines Streits, wie ein christliches Leben gelebt werden sollte. Während die einen das jüdische Vorbild mit Beschneidung und Speisevorschriften favorisierten, forderten die anderen lediglich die Taufe und die Einhaltung einiger weniger Regeln. Am Ende wurde eine Lösung gefunden, mit der alle zufrieden sein konnten. Nicht alle wurden gezwungen gleich zu sein, sondern jeder und jede konnten selbst entscheiden, ob sie nach den strengen Vorschriften leben wollten oder als Getaufte die Freiheit für sich in Anspruch nehmen konnten. Dennoch blieben sie gemeinsam auf dem Weg, kündigten trotz aller Verschiedenheit die Gemeinschaft nicht auf. In gegenseitiger Wertschätzung nahmen sie für sich in Anspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung, das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Aber auch: Hier ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, sondern wir sind alle eins ins Jesus Christus. Vielleicht sollten wir von dieser Haltung lernen, dass Verschiedenheit nicht zur Trennung führen muss und ein guter Streit uns voranbringen kann, wenn er dem / der Anderen nicht seine / ihre Würde abspricht und beleidigend ist.

Vielleicht müssen wir neu lernen, um der Sache willen zu streiten, um neue, gemeinsame Lösungen und Wege zu finden angesichts der vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit.  


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Losungstext:
Weh denen, die unrechtes Urteil schreiben, um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden!
Jesaja 10,1.2
Lehrtext:
Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Römer 12,2