08.07.2017 2 yrs

Jemand fragt mich, was ich denn mache, wenn es so richtig schwierig im eigenen Leben ist


Burkhard Zill, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinden Baumholder und Reichenbach

Und auch wenn der Beruf mich an meine Grenzen führt und ich die ganze Ohnmacht spüre. Beim Tod eines Jugendlichen. Oder unheilbarer Krankheit eines Menschen, der mitten im Leben steht. Ich antworte: Ganz wichtig sind Gespräche mit vertrauten Menschen. – Und noch etwas: Ich gehe in den Wald! Ich starre ins Grüne. Ich bewege mich. Manchmal auch längere Strecken. Ich atme die frische Luft. Besonders gerne schaue ich dabei weit in die Landschaft. Ins Pfälzer Bergland, in den Hunsrück. Einfach nur schauen und warten. Nach einiger Zeit verändern sich die Relationen. Die eigenen Probleme erscheinen plötzlich etwas kleiner und unbedeutender. Frei nach Reinhard Meys Lied: „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben dahinter verborgen und dann würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.“ Vom Berg aus betrachtet schrumpft für mich das Leben im Tal wieder auf Normalmaß.

Meine Gesprächspartnerin erzählt, dass sie etwas Vergleichbares tut. Angeregt durch einen Besuch im Planetarium schaut sie jetzt regelmäßig den Sternenhimmel an. Das sei für sie heilsam. Und lasse sie weniger um sich und ihre Probleme kreisen. Demut sei ein wichtiges Wort für sie geworden.

Im Psalm 104, 24 steht: „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel. Du hast sie alle weise geordnet und die Erde ist voll deiner Güter.“ Beim Blick in den Sternenhimmel, beim Blick in die Natur, erleben wir, dass wir Teil eines viel Größeren sind. Aus dem wir gar nicht herausfallen können. Im Leben nicht und im Sterben nicht. Weil es gar kein Außerhalb gibt.

Wir machen uns beide nichts vor: Das Leben kann manchmal sehr belastend sein. Und wir brauchen Zeit, das Erlebte sacken zu lassen. Unsere Psyche, unsere Seele braucht Zeit. Wichtig dabei ist, die Dinge einfach auszuhalten. Die eigene Hilflosigkeit. Das Nichtbegreifen. Keinesfalls innerlich wegzulaufen. Oder andere zuzutexten. Und sich Zeit zu nehmen, den Blick wieder zu weiten. 


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