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15.07.2019 36 days

Frauenhilfe: Räume für Begegung in der Kirche

Die ev. Frauenhilfe im Rheinland probiert ein neues Format aus: In Solingen und Simmern sprechen Frauen darüber, was Kirche für sie ist, wie sie sein soll und wo ihr Platz in der Kirche ist.


Bonn-Bad Godesberg. Sowohl in Simmern (Region Süd) als auch in Solingen (Region Mitte) trafen sich jeweils 40 Frauen zu einem intensiven Austausch über die Frage: „Wo ist mein Ort in der Kirche?“ Es war eine bunte Mischung von Frauen - von evangelikal bis feministisch waren alle Richtungen vertreten. Presbyterinnen, Lektorinnen, Frauenhilfefrauen, Frauen aus den synodalen Fachausschüssen und andere Interessierte diskutierten offen und fröhlich über ihre Wünsche und Visionen von Kirche und nahmen die von den Referentinnen der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland vorbereiteten Impulse neugierig und interessiert auf. Bei beiden Veranstaltungen waren sich die Teilnehmerinnen einig: Das neue Format der „Regionalen Frauenkonferenz“ fördert den konstruktiven Austausch, das Miteinander und die Gemeinschaft. „Wir Frauen brauchen solche Begegnungsräume in der Kirche“, sagten sie, und forderten von der Kirche vielfältigere Angebote, lebendige und lebensnahe Gottesdienste und mehr Gestaltungs- und Beteiligungsmöglichkeiten.

Frauen wollen Gottesdienste und Predigten aktiv mitgestalten

In Simmern hatte Regionalreferentin Iris Pupak zusammen mit Susanne Reuter, Frauenreferentin im Kirchenkreis Simmern-Trarbach, zur ersten Regionalen Frauenkonferenz eingeladen. Nach einem Austausch über persönliche Erfahrungen, wie und wo sich jede in der Kirche einbringt oder einbringen möchte, erlebten die Teilnehmerinnen in einer bewegenden „Zeitreise“, wie Frauen über Jahrhunderte hinweg dafür gekämpft haben, in der Kirche wahrgenommen und gesehen zu werden. Wüstenmütter, Beginen, Frauen der Reformation, Diakonissen, Frauenbeauftrage oder Feministische Theologinnen - diese Vorbilder im Glauben ermutigten dazu, eigene Visionen zu formulieren. „Mehr Kommunikation durch gegenseitiges Sehen im Gottesdienst“, wünschte sich eine Teilnehmerin. Für andere war wichtig, dass Frauen mehr zugetraut wird, Gremien paritätisch besetzt sind, die Frauenperspektive in der Verkündigung und in der liturgischen Sprache mehr Raum hat und dass es regelmäßige Angebote für Frauen gibt, wie z.B. Frauenkonferenzen und Frauenkirchentage. 

Frauen brauchen Orte der Begegnung

Die Frage „Was brauche ich von (m)einer Kirche?“ führte auch bei der Frauenkonferenz in Solingen zu einem offenen Austausch über die verschiedenen Situationen in den Gemeinden und Kirchenkreisen. Die Kirche sei ein Ort, um zur Ruhe zu kommen, Gottes Wort zu hören und Gemeinschaft zu erfahren, betonten die Teilnehmerinnen. Sie hatten aber auch klare Vorstellungen, was sich ändern müsste: Eine Vielfalt an Angeboten für alle Generationen sei wichtig, ebenso wie gute Musik, lebendige Gottesdienste oder Offenheit für Neues. Jedem ist etwas anderes wichtig – das macht die Vielfalt und den Reichtum unserer Kirche aus. Regionalreferentin Ulrike Schalenbach lud dazu ein, über den eigenen Platz in der Kirche nachzudenken und diesen in einem Kirchengrundriss zunächst symbolisch zu markieren. „Entspricht das dem Ort, den Sie tatsächlich gerne hätten?“, fragte sie weiter und sammelte mit den Frauen Ideen, wie deren Wünsche realisiert werden könnten. Wertschätzung des Ehrenamts, ausreichend hauptamtliches Personal, Anerkennung, Teamarbeit, gute Kommunikation und gute Vernetzung untereinander wurden z.B. genannt - und der Wunsch, sich 2021 zur nächsten Regionalen Frauenkonferenz wieder in Solingen zu treffen.

Christine Kucharski


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