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An(ge)dacht: Ein Auftrag von Gott an uns

Die größte humanitäre Hilfe wäre die, die man gar nicht bräuchte. Zu diesem Schluss kommt unsere Autorin Ilona Schlegel mit ihren Gedanken zum Thema angesichts des heutigen Welttags der Humanitären Hilfe.

Was für ein sperriger Begriff: humanitäre Hilfe! Die Definition bei Wikipedia liest sich auch entsprechend:

Als humanitäre Hilfe bezeichnet man Maßnahmen zum Schutz und zur Versorgung von Menschen in einer humanitären Notlage, die über eine Erstversorgung hinausgehen. Sie findet überwiegend in der Dritten Welt statt und wird von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen durchgeführt und finanziert.“

Dabei ist in der Bedeutung so viel mehr: Menschen helfen anderen Menschen, die sie gar nicht kennen. Ohne Eigennutz, außer der Freude, die Geben uns gibt. Wenn es mir gut geht, dann nehme ich dies als Verpflichtung, etwas abzugeben von meinem Gut und Glück. Weil ich weiß, dass andere nicht nur weniger, sondern zu wenig haben. Das ist ein christlicher Gedanke und ein Auftrag von Gott an uns: füreinander da sein. Wenn jeder an sich denkt, dann ist an alle gedacht: So soll es eben nicht zugehen in einer humanen Welt.

Aber wenn ich bei Wikipedia nachlese, muss auch ich daran denken, dass nicht nur die Hilfe, sondern viele Katastrophen von uns Menschen gemacht sind. Wir zerstören und bauen dann wieder auf. Die größte humanitäre Hilfe wäre es, wenn es sie nicht bräuchte. Weil die Güter gleichmäßig verteilt sind auf der Welt. Weil wir weder Natur noch Menschen ausbeuten. Weil wir an unsere Mitmenschen weltweit denken, bevor sie in Not sind. Aber so widersprüchlich treffen wir uns als Menschen ja schon in vielen biblischen Geschichten an.

In Hebräer 10,24 heißt es:

... und lasst uns aufeinander achthaben zur Anreizung zur Liebe und zu guten Werken

Das klingt nicht gerade modern. Aber es drückt Mitmenschlichkeit wunderbar aus und umschreibt humanitäre Hilfe aus dem Gefühl, aus dem sie kommt.

Ilona Schlegel, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Obere Nahe