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An(ge)dacht: Zukunftsplan : Hoffnung

Gedanken von Pfarrer Lothar Hübner aus Herrstein anlässlich des Weltgebetstag der Frauen aus Wales.

Unter dieses Motto haben Frauen aus Eng­land, Wales und Nordirland den Weltgebets­tag 2022 gestellt.

Es klingt zunächst einmal wie ein Programm, mit dem Politiker gern auf Stimmenfang ge­hen. Wahlversprechen, aufgebaut auf Meinungsumfragen, die genau das aufgreifen, was Menschen sich erhoffen und wünschen, die aber mit den Plänen und Möglichkeiten der Politik nicht allzu viel zu tun haben.

Es ist aber auch keine Analyse der gesell­schaftlichen Entwicklung.

Sie leiten dieses Motto nicht etwa aus der politischen Situation ihres Landes ab.

Auch nicht aus den Entwicklungen bezüglich des Klimawandels, sondern aus den Worten des Propheten Jeremia.

In einer Zeit, als das israelitische Volk in Gefangenschaft quasi vor seiner Auslöschung stand, schreibt er in einem Brief von der Hoffnung gegen alle Augenscheinlichkeit:

„Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe, – so Gottes Spruch – Pläne des Friedens und nicht des Unglücks; ich will euch Zukunft und Hoffnung geben.

Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, werde ich euch hören.

Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden; ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, werde ich mich von euch finden lassen – so Gottes Spruch. – Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden.

Die Worte Jeremias halfen den Menschen damals in der Gefangenschaft die Hoffnung nicht aufzugeben, so dass sie dann tatsäch­lich nach langer Zeit heimkehren konnten.

Und so haben sie diese Hoffnungsworte in ihre Bibel aufgenommen um für die Zu­kunft gerüstet zu sein, wenn schwere Zeiten kommen.

Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe, – so Gottes Spruch – Pläne des Friedens und nicht des Unglücks; ich will euch Zukunft und Hoffnung geben. Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden.

Worte, an die ich mich schon manches Mal festgehalten habe, wenn ich keinen Ausweg mehr sehen konnte, und an denen ich mich fest­halten will in einer Zeit, in der es nicht so aussieht, als ob die Entwicklungen, die die Umwelt, den Frieden und die Gerechtig­keit angeht, positiv enden werden.

Ich setze darauf, dass gegen alle Prognosen und Augenscheinlichkeiten Pläne des Friedens am Werke sind – worauf sollte ich sonst hoffen?

Lassen auch Sie sich vom Zukunftsplan Gottes anstecken und leiten.

Ich wünsche es Ihnen und der ganzen Welt.

Lothar Hübner, Pfarrer in den Kirchengemeinden Herrstein, Wickenrodt, Mörschied-Weiden