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11.06.2017 164 days

Vergnügt-erlöst-befreit - Eindrücke vom Christusfest auf der Burg Ehrenbreitstein


Eröffnungsgottesdienst mit FriFra-Voce; Foto: S. Eckes-Steuckart

Schon die Anreise zum Christusfest am vergangenen Pfingstmontag, dem 05. Juni 2017, bereitete Vergnügen: Mit der Seilbahn, die das Konrad-Adenauer-Ufer in Koblenz mit der Burg Ehrenbreitstein verbindet, schwebte ich, begleitet von fröhlichen Kinderliedern, hoch zur Festungsanlage. Dort war morgens kurz nach 09.00 Uhr schon viel Betrieb: Alle wollten zum ökumenischen Gottesdienst, der um 10.00 Uhr beginnen sollte. Die freien Sitzplätze waren rar, obwohl die bereitgestellten Stühle mehreren hundert Menschen Platz boten. Am Eröffnungsgottesdienst zum Christusfest beteiligt waren neben Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen und Katholischen Kirche auch eine Mennonitengemeinde und eine Freie Evangelische Gemeinde. Das die Konfessionen Verbindende wurde betont, nicht das (noch) Trennende, das konnte ich als Gottesdienstbesucherin deutlich spüren.

Musikalisch wurde der Gottesdienst neben einem hochkarätigen Posaunenensemble vom Jugendchor FriFra-Voce unseres Kirchenkreises unter der Leitung von Kreiskantor Roland Lißmann unterstützt. Die jungen Sängerinnen und Sänger sangen in hervorragender Weise mit und ohne Gemeinde und ließen sich auch von der Tatsache, dass der Gottesdienst im Deutschlandradio live übertragen wurde, nicht ablenken. In ihrer Predigt betonte Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, dass Jesus den Menschen zugewandt war und diese aufrichten, nicht klein machen wollte. Sie sprach auch die ungerechten Verhältnisse in unserer heutigen Welt an, in der Menschen in Angst, Krieg und Gewalt leben müssen.

Zeitgleich zum Eröffnungsgottesdienst wurde für die jüngsten Besucher des Christusfestes und deren Eltern ein Familiengottesdienst angeboten. Dieser ebenfalls gut besuchte Mitmachgottesdienst wurde von Bettina Bremm, Kitaleitung aus Kirchberg und Prädikantin, sehr lebendig zum Thema „Wer war Herr Luther?“ gestaltet.  Die neue Sprachfachberaterin des Kirchenkreises Obere Nahe, Sabrina Müller, übernahm die musikalische Begleitung.

Nach dem Eröffnungsgottesdienst fühlte ich mich wie auf einem „Kirchentag im Kleinen“: Es gab einen Markt der Möglichkeiten, auf dem mich besonders die Diakonissen aus Lachen, eine Schwesternschaft, die zum Speyrer Diakonissenmutterhaus gehören, beeindruckten. Nein, Nachwuchs habe man keinen, aber sie suchten und fänden neue Formen des Miteinanders, sagte mir eine Schwester. Dieser Gedanke könnte auch wegweisend für viele unserer Gemeinden sein. Fasziniert war ich vom Angebot des Bistums Trier, einen Eheweg zu beschreiten. An sieben Stationen gab es begleitete Gesprächsimpulse, mit deren Hilfe Paare ihre Beziehung reflektieren und neue Visionen entwickeln konnten. Natürlich habe ich mich nicht

getraut, diesen Weg alleine beschreiten und mir so die Stationen nur angeschaut. Die Berufsbildende Schule Wirtschaft aus Koblenz hatte einen Stand vorbereitet, an dem Schülerinnen und Schüler frei assoziierten, wann sie vergnügt, befreit oder gar erlöst sind. Polizei- und Notfallseelsorge informierten über ihre wichtige Arbeit, ebenso die Telefonseelsorge.

Auf mehreren Bühnen gab es zeitgleich Konzerte, so dass ich die Qual der Wahl hatte, welches ich nun hören konnte, während zeitgleich der Schulreferent der Kirchenkreise An der Nahe und Simmern Trarbach, Ekkehard Lagoda Lesungen, untermalt von Musik, anbot.

Immer wieder begegneten mir Familien mit Kindern, die ein breites Angebot an kreativen Betätigungen vorfanden. So gab es ein „Kinderbuchkino zum Leben Luthers“, eine Leseinsel, die Kinder konnten mit Legematerialien nach Kett arbeiten, Holzengel basteln sowie Bewegungs- und Kooperationsspiel einüben. Währenddessen hatten die Eltern die Möglichkeit, sich an einem Literaturtisch zum Thema „religiöse Bildung“ Material anzusehen und mitzunehmen. Vorbereitet worden war das umfangreiche Angebot für Kinder im Kitaalter von den beiden Kindergartenreferaten Obere Nahe und Koblenz. Deren Leiterinnen, Sabine Dalheimer- Mayer und Marina Freund hatten dafür eigens eine Vorbereitungsgruppe gegründet

Auch am Nachmittag strömten immer noch Menschen auf die Burg Ehrenbreitstein. Und wie bei Kirchentagen, so war es auch bei diesem Christusfest nicht möglich, auch nur annähernd die Angebote, die mich interessiert hätten, wahrzunehmen.

Der Tag endete mit einem Gottesdienst, bei dem 1000 bunte Luftballons in den warmen Nachmittagshimmel stiegen. Sicher verbinden Christen aller Glaubensrichtungen diesen mit der Wahrnehmung: Es gibt mehr Verbindendes als Trennendes zwischen den Konfessionen. Und so schwebten am späten Pfingstmontagnachmittag die vielen Besucherinnen und Besucher des Christusfestes vergnügt und fröhlich wieder über den Rhein hinunter nach Koblenz.

 

Quelle: Kirchenkreis Obere Nahe, S. Eckes-Steuckart

Foto: S. Eckes-Steuckart

 

weiterführende Links:

Podcast Deutschlandradio: Christusfest Koblenz/Eröffnungsgottesdienst Burg Ehrenbreitstein

Reportage SWR: Christusfest Koblenz


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