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24.06.2017 151 days

Konfirmanden und Konfirmandinnen aus dem Kirchenkreis Obere Nahe beschäftigen sich in Berlin intensiv mit der deutsch-deutschen Geschichte


Olympiastadion Berlin

Idar-Oberstein. Vergangene Woche reisten die diesjährigen Gewinner des KonfiCups vom 15. bis 18. Juni nach Berlin.

„Handgranatenweitwurf gehörte zum Schulsport.“ - „Falsche Klamotten und Fragen brachten meinen Eltern ständig ärger.“ Mit diesen und ähnlichen Sätzen beeindruckte ein Zeitzeuge die jungen Leute aus Idar-Oberstein.

Nach einer zwölfstündigen Anreise stellten sich die Konfirmanden und Konfirmandinnen einem anspruchsvollen Gespräch mit einem 50-jährigen ehemaligen DDR-Bürger, dessen Widerstand gegen die Stasi und ein Fluchtversuch im Jahr 1987 über Ungarn schließlich wieder in Berlin in der berüchtigten Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen endete. Offen sprach der Zeitzeuge darüber, wie die damalige grausame Haftzeit sein Leben bis heute beeinträchtigt. Sichtlich berührt waren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen davon, dass der ehemalige DDR-Bürger sich viele Jahre nach der Haft das Leben nehmen wollte und nur wegen eines glücklichen Zufalls und eines guten Freundes heute noch am Leben ist.

An diese Erzählungen erinnerten sich die Jugendlichen noch einige Male an verschiedenen Orten im Laufe der Reise - ganz intensiv, an dem „Ort des Leidens und Sterbens verfolgter Menschen“ in der DDR, der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Bereits auf der Hinfahrt im Reisebus hatten sich alle mit der Geschichte der DDR beschäftigt. 

Eine willkommene Abwechslung - von dieser sehr ernsten Begegnung - waren u. a. die ersehnte Besichtigung des Olympiastadions und das Essen mit Einkaufsmöglichkeit im Hard Rock Café Berlin. Aber auch die Führung durch das Reichstagsgebäude war ein Höhepunkt dieser vielfältigen Reise in die Hauptstadt, welche sich die Jugendlichen der Kirchengemeinden Idar und Kirchweiler mit dem Gewinn des KonfiCups der Evangelischen Kirche im Rheinland redlich verdient hatten.

Die rheinische Landeskirche hatte den zwölf Spielern und Spielerinnen der Siegermannschaft, mit zwei Betreuungskräften eine zweitägige Reise in eine deutsche Stadt ihrer Wahl spendiert. Die stellvertretende Vorsitzende der Kirchengemeinde Idar, Heike Heringer, hatte sich sehr stark dafür gemacht, dass alle an dem Fußballturnier Beteiligten mit auf die Reise gehen konnten. Dafür hat sie gemeinsam mit den Jugendlichen etliche Spenden eingesammelt. Auch der Kirchenkreis hat sich finanziell beteiligt, schließlich sollte allen Jugendlichen die Teilnahme ermöglicht werden. So konnten die 29 Sieger des diesjährigen KonfiCups mit dem Betreuerteam um Heike Heringer spannende vier Tage erleben.

Auf der Rückfahrt nach Idar-Oberstein, wurde an der Gedenkstätte Buchenwald, auf dem Ettersberg bei Weimar gehalten. Die Jugendlichen und die Betreuungskräfte erhielten dort eine Führung vom Förderverein Buchenwald e. V. durch die Gedenkstätte. In unmittelbarer Nähe zur Mahnmalsanlage befindet sich auch die Dauerausstellung zur Geschichte der Gedenkstätte Buchenwald. Dort, auf einer Fläche von etwa 300 m² ließen Dokumente, Bilder, Gegenstände und Modelle deutlich werden, wie die Erinnerungsbildung in Bezug auf das Konzentrationslager Buchenwald seit 1945 erfolgte. Der 1999 eröffneten Ausstellung liegt vor allem Material aus Archiven der ehemaligen DDR zugrunde. Nach Kriegsbeginn wurden Menschen aus ganz Europa nach Buchenwald verschleppt. Im KZ auf dem Ettersberg und seinen 139 Außenlagern waren insgesamt fast 280.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwang sie zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie. Am Ende des Krieges war Buchenwald das größte KZ im Deutschen Reich. Über 56.000 Menschen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. In einer eigens errichteten Tötungsanlage wurden über 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Widerstandskämpfer bildeten im Lager eine Untergrundorganisation, um das Wüten der SS nach besten Kräften einzudämmen. Gleichwohl wird das "Kleine Lager" zur Hölle von Buchenwald. Noch kurz vor der Befreiung starben Tausende der entkräfteten Häftlinge. Die Besichtigung der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald bleibt bei allen sicherlich eindrücklich in Erinnerung.

Neben den vielen historisch und politisch bedeutsamen Bestandteilen dieser Tour kamen Spaß und Geselligkeit nicht zu kurz. So endete am späten Sonntagabend die lebhafte Reise der Gruppe.

Quelle: Gedenkstätte Buchenwald, Kirchenkreis Obere Nahe


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