24.04.2012 2 yrs

Kitas im Verkündigungsauftrag


Sabine Dalheimer-Mayer (Foto: C. Heß) - zum Vergrößern einfach das Bild anklicken

Sabine Dalheimer-Mayer, Fachberaterin im Kindergartenreferat des Ev. Kirchenkreises Obere Nahe, stellt klar: "Erzieherinnen in evangelischen Kindertagesstätten haben einen Verkündigungsauftrag – na klar: wer sonst, wenn nicht (auch) wir?" Gedanken im Nachgang zu Aussagen von Ingrid Matthäus-Maier bei der diesjährigen "Magister-Laukhard-Predigt".

„Wenn der Pharao so richtig wütend wird…“ – unter dieser lebendigen Überschrift hat die Nahezeitung - und das finden wir klasse - über die Kinderbibeltage der Evangelischen Kindertagestätte Berschweiler berichtet. Wenige Seiten zuvor, im Bericht über jene Veranstaltung in Veitsrodt, postulierte Ingrid Matthäus-Maier: Weder ein Arzt noch eine Erzieherin und schon gar nicht eine Reinigungskraft kommen mit dem Verkündigungsauftrag der Kirche überhaupt in Berührung.

Schade, dass Frau Matthäus-Maier schon wieder auf dem Heimweg war, als jene - auch über den Matthäus-Maier-Vortrag berichtende - Mittwochsausgabe der Nahezeitung erschien. Sie hätte viel erfahren können über die Geschichte von Mose, über die Begeisterung der Berschweiler Kinder und das gemeinsame Feiern im Abschlussgottesdienst mit Kindern und Familien: Ganzheitliche „Verkündigung“ eine ganze Woche lang. Gestaltet von Kindern mit deren Erzieherinnen, die sich zuvor (auftragsgemäß und gerne!) mit der biblischen Quelle und deren Botschaft für uns heute beschäftigt hatten.

Ebenso schade, dass Frau Matthäus-Maier nicht auch die Samstagsausgabe der Nahezeitung lesen konnte. Dort erinnerte sich der Öffentlichkeitsbeauftragte des Ev. Kirchenkreises Obere Nahe, Pfarrer Carsten Heß, an „seine coole Kindergartentante“ aus den 1970er Jahren: Vor allem denke ich an die Raumpflegerin, damals noch Putzfrau genannt. Im echten und unaufdringlichen Dialog mit uns Kindern. Wenn einer von uns mal ein Problem hatte, dann war meistens genau sie in ihrem „kreativen kirchlichen Verkündigungsdienst" für uns da. Schon mehr als vier Jahrzehnte wirkt das bei mir nach.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen, die bezeugen: Selbstverständlich ist das Kindertagesstätten-Personal – und zwar ganz aktiv – am kirchlichen Verkündigungsauftrag beteiligt!

Zudem: Die Bildungs- und Erziehungs-Empfehlungen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz sind für uns eine verbindliche Grundlage für die pädagogische Arbeit in unseren Kindertagesstätten. Religiöse Bildung wird dort als ein Bildungsbereich beschrieben, der in allen Kitas in Rheinland- Pfalz, unabhängig von der Trägerschaft, umzusetzen ist.

Kinder stellen ganz ungeniert ihre Grundfragen zum Leben – „warum?“ und „wieso?“ Kinder möchten den Lebens-Rätseln auf ihre Weise auf den Grund gehen. Kinder sammeln Erfahrungen. Sie suchen vertrauensbildende Impulse und glaubwürdige Vorbilder. Und natürlich fragen die Kinder nach Gott. Evangelische Kitas möchten den Kindern dabei aufmerksame und respektvolle Wegbegleitung bieten.

Auf welche Weise die Kitas – einschließlich Trägern und Teams – diesen Auftrag umsetzen, das geschieht so weit wie möglich im Dialog mit den Kindern und Familien. Und natürlich bringen die Erzieherinnen ihren ganz persönlichen Zugang zu den Sinnfragen des Lebens mit.

Die evangelischen Kindertagesstätten des Kirchenkreises Obere Nahe arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten. Qualitätsmerkmal ist aber überall eine verantwortungsvoll gestaltete Religionspädagogik. Wir erzählen und erleben biblische Geschichten. Wir gestalten den evangelischen Festkreis (das Kirchenjahr) mit Hilfe von Ritualen und Symbolen. Wir befassen uns mit Inhalten und Gebräuchen anderer Konfessionen und Religionen. Alles geschieht im Respekt vor der Andersartigkeit und zu Gunsten des harmonischen Miteinanders in unserer multikulturellen Gesellschaft.

Im evangelischen Kirchenkreis Obere Nahe erhalten Erzieherinnen für diese Aufgabe Unterstützung und Austausch, zum Beispiel bei den Leiterinnen-Konferenzen, in Fortbildungen oder durch die Synodalbeauftragte und die Fachberaterin. Zahlreiche Erzieherinnen haben mit großer innerer Beteiligung den Grundkurs Theologie besucht, der neben vielen praktischen Elementen auch Möglichkeiten zur eigenen Reflexion bietet.

Als Kita-Fachberaterin fühle ich mich bei der Kirche als Arbeitgeberin sehr gut aufgehoben. Hier kann ich gemeinsam mit engagierten und verantwortungsbewussten Menschen voller Freude und zum Wohl der Kinder und Familien meinen Dienst gestalten – einschließlich der „verkündigenden“ Anteile.

Momentan stehen Kita-Träger wie Erzieherinnen wie Kommunen vor großen Herausforderungen. Das christliche Menschenbild kann hier eine wichtige Hilfe sein: Lebensbegleitung, Halt und Heimat für die Umbrüche und Anforderungen einer reizüberfluteten Zeit. Impulse zu einem gelingenden Leben. Wesentlich mitgestaltet von ganz normalen – am Verkündigungsauftrag gerne beteiligten – Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Sabine Dalheimer-Mayer

Kontakt:
Kindergartenreferat des Evangelischen Kirchenkreises Obere Nahe
Fachberaterin: Sabine Dalheimer-Mayer
Vollmersbachstraße 22
55743 Idar-Oberstein
Tel. 06781 / 407-34
E-Mail: Kigareferat(at)vwa-idar-oberstein.de


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