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05.05.2012 5 yrs

Der Glaube will angewendet werden


Ein portugiesischer Seifenfabrikant sagte zu einem Priester: „Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon bald zweitausend Jahre gepredigt wird, ist die Welt nicht anders geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen.“

Der Priester zeigte auf ein ungewöhnlich schmutziges Kind, das am Straßenrand im Dreck spielte, und bemerkte: „Seife hat nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt.“

„Seife“, entgegnete der Fabrikant, „nützt nur, wenn sie angewendet wird.“

Der Priester antwortete: „So ist es mit dem christlichen Glauben auch.“

Es liegt an Ihnen und an mir, ob das Christentum in dieser Welt etwas ausrichtet oder nicht. Es hilft gar nichts, wenn wir einstimmen in die allgemeine Klage darüber, dass die Welt so böse ist und der Einzelne doch nichts zum Besseren verändern kann. In unserem Wirkungskreis, in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz sind wir mitverantwortlich durch unser Tun oder Lassen, dass der christliche Glaube etwas ausrichtet. Wir können mit den andern auf den schimpfen, der sowieso am Rande steht, auf dem sowieso alle herumhacken, oder wir können versuchen, ihn zu verstehen oder aufzurichten. Wir können uns Zeit nehmen und anderen Menschen zuhören oder wir können an ihnen vorübergehen. Wir können protestieren wo nur um des eigenen Vorteils Willen ungerechte Entscheidungen getroffen werden, wo wirtschaftliche Interessen wichtiger werden als menschliche oder wir können es uns bequem machen und einfach alles laufen lassen.

Wenn Sie heute darauf achten, wo Sie als Christin und Christ etwas zum Besseren hin verändern können, werden ihnen tausend Dinge auffallen. Tja, auch der christliche Glaube hilft nur, wenn er auch angewendet wird!

Pfr. Klaus Köhler, Birkenfeld


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Lehrtext:
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2.Timotheus 1,12